Jetzt beginnt also die Tourensaison dieses Winters. Geplant gewesen wäre eigentlich die Jenatschhütte. Doch kurzfristig mussten wir umdisponieren und wechselten ins Schwarenbach-Gemmi-Gebiet. Eine dieser Entscheidungen, die sich zuerst nach Plan B anfühlen und sich im Nachhinein als genau richtig herausstellen.
Diese ersten vier Tage verbrachten wir im Schwarenbach und auf der Gemmi. Übernachten, draussen stehen, schauen, staunen. Am Abend Spa mit einem wunderbaren Blick auf die Walliser Alpen während der goldenen Stunde – schwer zu toppen.
Es hatte seit über einem Monat nicht mehr geschneit. Die Erwartungen an den Schnee waren entsprechend tief, der Wetterbericht dafür erstaunlich gut. Und diesmal stimmte beides: Das Wetter hielt Wort, und der Schnee war vielerorts deutlich besser als erwartet. Nicht überall perfekt, aber oft genau so, dass man nach der Abfahrt unten steht, kurz hochschaut und denkt: passt. Ergebnis waren vier wunderbar entspannte erste Tage, für die meisten zum Start in den Winter.
Danach ging es direkt weiter mit einem Skitouren-Grundkurs über Silvester. Tolle Truppe, gute Stimmung, viel Motivation. Am Schnee änderte sich wenig, es hatte immer noch nicht geschneit. Das Wetter dagegen war meist richtig gut. Und auch hier zeigte sich wieder: Der Schnee war schlussendlich vielerorts besser, als man es morgens noch erwartet hatte. Silvester selbst verlief sehr alpin. Um 22 Uhr lagen ziemlich alle im Bett. Kein Countdown, kein Feuerwerk. Am nächsten Morgen wünschten wir uns beim Frühstück ein ehrliches, leicht verschlafenes „Guets Nöis“.
Anschliessend folgten zwei Tage Lawinenkurs auf der Metmenalp. Wegen Schneemangel entschieden wir uns, den Kurs mit Schneeschuhen durchzuführen. Auch das stellte sich als sehr gute Entscheidung heraus. Inhaltlich sauber, praxisnah und überraschend vielseitig. Das Wetter war top: kalt, klar, sonnig. Einige Unermüdliche gingen danach sogar noch Eisbaden, andere waren zumindest moralisch dabei.
Auch auf der Metmenalp hatten wir bei den letzten zwei Tagen ein Spa, das wir mit grosser Freude genutzt haben. Die mittleren vier Tage verbrachten wir im Hotel Golderli. Etwas spartanisch, ja, aber herzlich, unkompliziert und kulinarisch absolut zuverlässig. Gegessen haben wir über die ganze Zeit hinweg durchwegs gut, was bei solchen Wochen mindestens so wichtig ist wie der Schnee.
Unterm Strich bleibt ein Winterauftakt mit wenig Neuschnee, viel Sonne, guten Gruppen und flexiblen Entscheidungen – und die Erkenntnis, dass man nicht alles planen kann, aber vieles richtig machen kann.
Danke an alle Teilnehmer, danke an alle Gastgeber und danke an Bergundtal und Höhenfieber für die Aufträge. Auf ein andermal.
Stephan

